Um fremde Kulturen für die Schüler greifbarer zu machen und Vorurteile auszuräumen, wird sowohl im Geschichts- als auch im Religionsunterricht der 9. Jahrgangsstufe das Judentum behandelt. Jüdische Religiosität ist dabei ein Thema, das den Schülern nicht nur im Unterricht näher gebracht werden kann, sondern durch den Besuch eines jüdischen Gotteshauses noch anschaulicher und greifbarer wird.

Anfang des Schuljahres unternahmen die evangelischen Religionsgruppe der Klassen 9 a und 9 d sowie 10 b und c deshalb eine Fahrt zur Synagoge in Augsburg. 

Obwohl es auch in Ulm eine nahegelegenere Synagoge als Anschauungsobjekt zur Verfügung gestanden wäre, hatten wir diese gewählt, weil sie eine der wenigen Synagogen in Deutschland ist, die nicht der Zerstörung während der Reichspogrome im Jahr 1938 zum Opfer gefallen ist.

Im Spätjugendstil erbaut, ist die über 100 Jahre alte Synagoge ein eindrucksvolles Beispiel jüdischer Baukunst in Deutschland.

Unter ihrer prächtigen Kuppel soll durch unzählige, schwarze und goldene Mosaiksteinchen der Himmel dargestellt werden.

Um die Synagoge näher zu betrachten, standen wir bei der Führung auf der Empore, die während eines Gottesdienstes in der jüdischen Gemeinde früher ausschließlich für Frauen reserviert war, während Männer im Altarraum Platz nahmen.

Im Gegensatz zu christlichen Kirchen findet man in Synagogen keine bildlichen Darstellungen von Personen, sondern nur symbolische Ornamente und Schriftzüge in hebräischen Zeichen. In Augsburg stellen einige davon die wichtigsten jüdischen Feste dar.

Eindrucksvoll waren auch der meterhohe siebenarmige Leuchter – die Menora – und das Lesepult – Bimah.

Der Thoraschrein mit den Thorarollen befindet sich in einer Synagoge traditionell hinter einem Vorhang.

Im jüdischen Kulturmuseum nebenan, konnte man jedoch eine Thorarolle samt Mantel, Krone und Schild besichtigen.

Hier wurden den Schülern auch jüdische Speiseregeln nähergebracht und erklärt was koscheres Essen ist.

Zum Abschluss wurden wir, wie es im Judentum zum Ende des Schabbat – dem Gedenktag der Schöpfung – üblich ist, mit einem Duft nach Nelken, Zimt und anderen Gewürzen in den Alltag entlassen.

Gudrun Jene

20. Oktober 2026

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