Zeitenwende erlebbar machen: Klimaschule und Stadtwerke besiegeln zukunftsweisende Partnerschaft

Christoph-Probst-Realschule und SWU unterzeichnen Kooperationsvertrag am Wasserkraftwerk Böfingerhalde

Am Montag, den 27. Juli 2026, haben die Christoph-Probst-Realschule Neu-Ulm und die SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH einen wegweisenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Im Beisein von Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben wurde die langfristige Partnerschaft feierlich besiegelt. Der Ort der Unterzeichnung unterstrich dabei eindrucksvoll den Kern der zukünftigen Zusammenarbeit: Sie fand nicht in einem klassischen, trockenen Büroraum statt, sondern direkt am geschichtsträchtigen Wasserkraftwerk Böfingerhalde – unter den Augen der Klasse 9a des naturwissenschaftlichen Zweigs der Realschule.

Für die Christoph-Probst-Realschule ist dieser Schritt der nächste logische Meilenstein in ihrer strategischen Ausrichtung. Die Schule wurde erst kürzlich offiziell als „Klimaschule Bayern“ mit dem begehrten Silber-Status ausgezeichnet. Die Kooperation mit der SWU als einem der größten Energieversorger und Arbeitgeber der Region verbindet nun die zentralen Anliegen der Schule auf ideale Weise: eine fundierte, praxisnahe berufliche Orientierung der Jugendlichen und das aktive Erleben von Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Physikunterricht und Energiewende live vor Ort

Im Anschluss an den formellen Akt kamen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a in den Genuss einer ausführlichen und fachkundigen Führung durch das Wasserkraftwerk. Dabei wurde die „Zeitenwende“ der regionalen Energieversorgung hautnah greifbar: Deckte das Werk in früheren Jahrzehnten noch stolze 100 Prozent des gesamten Ulmer Strombedarfs, so sind es heute aufgrund des massiv gestiegenen Gesamtverbrauchs moderner Haushalte und der Industrie lediglich noch rund 9 Prozent. Diese Relation verdeutlichte den Jugendlichen unmittelbar die immense Notwendigkeit und Dringlichkeit des Ausbaus nachhaltiger und regenerativer Stromquellen.

Neben der komplexen elektrotechnischen und mechanischen Ausstattung standen auch die ökologischen Aspekte im Fokus der Exkursion. Themen wie die Funktionsweise von Fischtreppen (Fischaufstiegsanlagen) zum Schutz der Flussfauna sowie die kontinuierliche Flussreinigung zeigten den Jugendlichen, wie moderne Energiegewinnung und Umweltschutz Hand in Hand gehen können. Als zertifizierte MINT-Schule konnte die Realschule damit den klassischen Physikunterricht lebendig und aktiv in die Praxis verlagern.

Fokus auf Berufsorientierung und MINT-Förderung

Die nun unterzeichnete Partnerschaftsvereinbarung ist ausdrücklich auf Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegt. Um den Jugendlichen frühzeitig Einblicke in attraktive Berufsfelder zu gewähren, arbeiten Schule und Unternehmen künftig eng verzahnt zusammen. Neben regelmäßigen Betriebsbesichtigungen und Fachexkursionen zu den Photovoltaikanlagen und Kraftwerken der SWU wird der Energieversorger auch aktiv in den Schulalltag eingebunden. So unterstützt die SWU künftig die jährlichen Bewerbertage sowie fächerübergreifende Projektpräsentationen der 9. Jahrgangsstufe und stellt zudem Praktikumsplätze für eine vertiefte Berufsorientierung bereit.

Durch diese enge Kooperation gewinnen beide Seiten: Die Schülerinnen und Schüler erleben hautnah, welche beruflichen Perspektiven ein moderner Infrastrukturdienstleister direkt vor ihrer Haustür bietet, während sie gleichzeitig die Relevanz von Physik, Technik und gelebtem Klimaschutz für die Praxis begreifen.

Andreas Wenig

7. September 2026

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